Der Takt ist ebenso wie die Losgelassenheit Grundlage für jede weitere Arbeit mit dem Pferd.

Der Takt muss immer erhalten bleiben. Ist dies nicht der Fall, kehrt man zur Grundlagenarbeit zurück, bis der Takt wiederhergestellt ist.

Mit einem gesunden Pferd einen taktreinen Gang in den 3 Grundgangarten zu erreichen ist EIGENTLICH keine schwere Sache. Die meisten Taktfehler des Pferdes nach der anfänglichen Balancefindung unter dem Sattel sind durch den Reiter verursacht.

Worauf sollte man nun also achten, wenn man ein taktklares Pferd will?

Das Grundtempo des Pferdes respektieren
Jedes Pferd hat sein ganz eigenes Grundtempo. Es sollte fleissig laufen, jedoch nicht über seinem eigenen Tempo. Es gibt Pferde, die sind einfach langsamer unterwegs. Es macht keinen Sinn sie dann zu unnatürlicher Eile zu bewegen, weil man Begriffe wie Fleiss und vorwärts reiten falsch aufgefasst hat.
Das richtige Tempo spürt man mit etwas Erfahrung, es fühlt sich dann einfach richtig an. Wenn einem diese Erfahrung noch fehlt, sollte ein Reitlehrer mit drauf schauen.
Reitet man über Tempo, fühlt es sich eilig an, der Takt geht meistens, vor allem in Wendungen verloren.

Die Reiterhand
Eine starke, rückwirkende Hand hat schnell nachteilige Wirkung auf den Takt oder zumindest auf den freien Durchschwung von hinten.
Auch eine starre, unnachtgiebige Hand kann schon Taktfehler verursachen.
Bei starken Taktfehlern durch eine zu starke oder starre Hand spricht man auch von Zügellahmheit.
Manche Leute verwechseln die ruhige Hand mit einer starren, auf der Stelle stehenden Hand. Dabei ist gerade beim Jungpferd eine sehr flexible, ruhige Hand von grosser Bedeutung.

Die treibende Hilfe
Falsches Dauertreiben kann Taktfehler ebenfalls unterstützen. Zum richtigen Treiben gibt es hier einen Artikel.

Sitzfehler
Blockiert der Sitz des Reiters das Pferd kann dies ebenfalls zu Taktfehler führen, da es sich einfach nicht mehr frei bewegen kann. Hier hilft nur jemand der den Sitz beurteilt und entsprechend korrigiert.

Mein Pferd läuft nicht mehr taktklar, was nun?
Zuerst sollte man sicherstellen, dass kein gesundheitliches Problem vorliegt.

Ansonst überprüft man die oben erwähnten Punkte.

Bei einer Passverschiebung im Schritt sollte man vor allem das Pferd eine Zeit lang ruhig laufen lassen. Wenig treiben, keine Zügeleinwirkung, kein Schieben mit dem Sitz. Meist findet das Pferd vons elbst zurück zu einem taktklaren Schritt. Eine Behandlung durch eine/n Phisiotherapeut/in kann diesen Vorgang beschleunigen.

Um festzustellen ob man zu Zügellastig reitet, sollte man einige Kontrollübungen durchführen.
Überstreichen, Zirkel reiten mit durchhängendem inneren Zügel, Reiten mit Halsring, Tempi wechseln ohne Zügeleinwirkung…

Ansonst alle lösenden Übungen (Schenkelweichen zB), viele Übergänge, grosse Wendungen (Zirkel etc). Mehr auf Wendungen konzentrieren sollte man sich, wenn wieder eine gewisse Anlehnung erarbeitet wurde.

Cavaletti und Stangenarbeit hilft ebenso den richtigen Takt zu finden. Erstmal sollte man die Stangen so hinlegen, dass das Pferd in seinem normalen Grundtempo taktrein drüber laufen kann. Nachher kann man die Abstände variieren.
Dies kann man unter dem Reiter und an der Longe.

Ansonst emfpiehlt sich lockeres Reiten im Gelände. Viel geradeaus ohne das Pferd zu stören. Es reicht erstmal auf Fleiss zu achten.

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