Allgemein

Die Losgelassenheit ist ein sehr wichtiger Punkt der Ausbildungsskala. Man trifft die Losgelassenheit als wichtigen Punkt in allen seriösen Reitweisen an.

Ein Pferd ist dann losgelassen, wenn es entspannt ist. Es hat den Reiter auf seinem Rücken vollständig akzeptiert, es ist seelisch und körperlich entspannt, es ist bereit mitzuarbeiten. Erst wenn das Pferd losgelassen ist, ist es bereit den Hilfen des Reiters Folge zu leisten. Und nur ein entspanntes Pferd kann wirklich lernen.

Die Losgelassenheit ist der Punkt in der Skala der Ausbildung, der sich am meisten mit dem Seelenheil des Pferdes befasst.

Wie erkenne ich ob mein Pferd losgelassen ist?

Einige Stichpunkte die bei einem losgelassenen Pferd gegeben sind:

  • das Pferd hat einen entspannten Gesichtsausdruck und ein ebensolches Ohrenspiel
  • das Maul ist locker geschlossen (nicht angestrengt zusammengeklemmt)
  • der Schweif pendelt locker mit der Bewegung hin und her, er ist nicht eingekniffen und schlägt auch nicht unruhig herum
  • die Bewegungen des Pferdes sind gleichmässig, der Rücken schwingt frei mit, es sind keine Anspannungen erkennbar
  • das Pferd folgt dem Zügel wenn diese hingegeben wird, es sucht also den Kontakt zum Reiter

Ein Pferd das wirklich losgelassen ist, wird auch nach anstrengendern, ausdrucksstarken Dressurlektionen locker und entspannt stehen, raumgreifend schreiten und nicht, wie oft gesehen, nervös rumzappeln.

Wie erreiche ich die Losgelassenheit meines Pferdes?

Bei der Remonte

Es gibt einige Punkte, die gegeben sein sollten, ehe man beginnen sollte an der Losgelassenheit zu arbeiten:

  • das Pferd wurde schonend ans Reitergewicht gewöhnt und akzeptiert es
  • das Pferd wurde bisher zwanglos behandelt und hat Spass und Interesse an der Sache
  • das Pferd ist körperlich und seelisch schon in der Verfassung diesen Schritt zu lernen. Bemerkt man irgendeine Art der Überforderung bei seiner Remonte ohne grobe Fehler gemacht zu haben, sollte man dem Pferd nochmals eine Weidepause gönnen, damit es sich entwickeln kann und in seine Aufgaben hineinwächst

Sind diese Punkte gegeben, kann man nun im Programm weitermachen.
In dieser Phase der Ausbildung geht es vor allem darum, dass das Pferd lernt unter dem Reiter zu schreiten. Enge Wendungen sind zu vermeiden, das Pferd kann diese noch nicht korrekt ausführen und verspannt. Zu empfehlen sind, wenn grundlegen die Lenkung funktioniert, Geländeritte mit einem sicheren, ruhigen Führpferd.

Wichtig ist, dass das Pferd fleissig voran schreitet, in einem Tempo in dem es seine Balance gut finden kann. Die Zügel sind lang (keinensfalls weggeworfen!) und man wartet bis das Pferd sich in seinem Tempo einfindet, dann beginnt man mit dem Üben der Reaktion auf Schenkel- und Gewichtshilfen so dass man lösende Lektionen wie Seitengänge reiten kann. Man sollte das Pferd immer dabei unterstützen dass es sein Tempo erhalten kann. Über das Erlernen der Schenkelhilfen und dem darauffolgenden reiten von lösenenden Übungen, wird das Pferd schlussendlich zur Losgelassenheit finden.
Das Pferd darf hierbei nicht überfordert werden.

nDas Erreichen der Losgelassenheit ist ein Schritt in der Ausbildung des Pferdes der sehr viel Gedult erfordert und keinesfalls vernachlässigt werden darf.

Bei einem ausgebildeten Reitpferd

Bei einem bereits ausgebildeten Reitpferd erarbeitet man die Losgelassenheit in der Lösungsphase. Je nach körperlicher und seelischer Verfassung kann dies unterschiedlich lange dauern.
Um herauszufinden wie sich sein Pferd am besten lösen lässt, sollte man verschiedene Sachen ausprobieren. Bei jedem Pferd ist der Weg zur Losgelassenheit unterschiedlich.

Gute Übungen zum Erreichen der Losgelassenheit:

  • Seitengänge
  • Schenkelweichen
  • Übergänge
  • Trab – leicht traben auf grossen gebogenen Linien
  • Galopp auf grossen gebogenen Linien
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